Sportbekleidung aus Merinowolle | Vorteile – Nachteile

Sportbekleidung aus Merinowolle entwickelt sich immer mehr zur natürlichen Alternative zu Funktionsbekleidung aus Synthetikfasern. In letzter Zeit konnte ich viele Erfahrungen mit Sportbekleidung, insbesondere Laufbekleidung, aus Merinowolle sammeln. Im letzten Jahr hatte ich eine große Auswahl verschiedenster Merino Shirts im Test. Von den meisten Klamotten bin ich nachwievor begeistert und trage Merinowolle oft beim Laufen und gerne direkt auf der Haut als Baselayer.

Über die Jahre hat sich für mich heraus kristallisiert, welche Vorteile und Nachteile Merinowolle für Sportbekleidung wirklich hat. Meine Erfahrungen mit Merino Sportbekleidung basieren zu einem großen Teil auf den Einsatz beim Laufen. Hier zeigen sich ganz klar die Vorteile der Merinowolle im Vergleich zu synthetischen Stoffen, aber auch deutliche Nachteile. Natürlich hatte ich die Merino Funktionsbekleidung auch bei vielen weiteren Sportarten (unter anderem Biken, Wandern, …) im Einsatz und trage die Naturfaser auch sehr gerne im Alltag.


Sportbekleidung aus Merinowolle im Test

Folgende Merino Shirts und Merino Laufsocken hatte ich schon im Test

Dilling Merino Shirt (mein Preis-Leistungs-Tipp)

X-Bionic / Apani Merino Langarmshirt (mein Tipp der Kategorie Funktion)

Mons Royale Merino Shirt (mein Style-Tipp)

Bergans Merino Shirt

Woolpower Merino Shirt

Kaipara Merino Shirt

Trigema Merino Shirt

super.natural Merino Shirt

Gore Running Wear Laufsocken aus Merinowolle


Vorteile und Nachteile von Sportbekleidung aus Merinowolle

Die Beurteilung basiert auf meinen vielseitigen Erfahrungen mit Sportbekleidung aus Merinowolle

Vorteile und Nachteile von Merinowolle in Sportbekleidung

VORTEIL MERINOWOLLE

– atmungsaktiv

Sportbekleidung aus Merinowolle ist natürlich und atmungsaktiv. Kleine Lufteinschlüsse in den Zwischenräumen, die durch die natürliche Kräuselung der feinen Wolle entstehen, bieten die perfekte Isolation, Feuchtigkeits- und Temperaturregulierung. Merinowolle kann besonders viel Feuchtigkeit aufnehmen und trägt damit zu einem guten Körperklima und der hohen Atmungsaktivität bei.

Ein Hitzestau kenne ich in Merino Sportbekleidung nicht, deswegen gehe ich auch im Sommer gerne in Merino Shirts laufen.

– nicht stinkend

Eine Besonderheit und ein großer Vorteil der Merinowolle im Vergleich zu synthetischen Stoffen ist die lange Geruchsneutralität. Wolle hat eine natürliche antibakterielle Wirkung, was zur Folge hat, dass Wollbekleidung viel später anfängt zu stinken, als Sportbekleidung aus Synthetikfasern. Die Vorteile die sich daraus ergeben: weniger Geruchsbelästigung, weniger waschen, weniger Sportbekleidung und auf Touren weniger Gewicht.

Aus meiner Erfahrung mit den Merino Shirts kann ich wirklich bestätigen, dass man die Sportbekleidung aus Merinowolle mindestens 3 mal so lange tragen kann, bevor die Funktionsshirts auch nur annähernd so riechen wie Synthetik Sportbekleidung im gleichen Zeitraum!

Wie kommt es dazu, dass Merinowolle weniger stinkt?

Bakterien der Haut sind für den unangenehmen Geruch von Sportbekleidung nach dem Tragen verantwortlich. Diese zersetzen den Schweiß in unangenehm riechende Moleküle. Die Struktur der Merinowolle erschwert es den Bakterien sich an der Stoffoberfläche festzusetzen. Außerdem bildet sich durch die hohe Wasseraufnahmekapazität der Merinowolle erst spät ein Schweißfilm auf der Hautoberfläche. Hinzu kommt die natürliche Selbstreinigungsfunktion der Wolle. Merinowolle besteht aus Eiweißmolekülen, die es den Bakterien besonders schwer machen sich zu vermehren. Der Zersetzungsprozess von Schweiß wird so natürlich verzögert und der unangenehme Geruch entsteht erst sehr viel später.

Siehe auch: Wissenschaftliche Erklärung warum Merinowolle erst später stinkt

– Wärme- und Feuchtigkeitsregulierend

Wie schon beschrieben, ist die Merinowolle natürlicherweise stark gekräuselt, was zu vielen kleinen Luftkammern in dem Stoff führt und eine super Isolationsschicht ergibt. Merinowolle kann große Mengen (bis zu 35% des Eigengewichts) Feuchtigkeit aufnehmen und fühlt sich an der Stoffoberfläche lange trocken an. Der wärmende Effekt der gut isolierenden Merinowolle bleibt dabei bestehen. Bei Wärme kühlt die Wolle aber auch, weil ein Verdunsten der Feuchtigkeit an der Außenseite der Sportbekleidung bei warmer Umgebungsluft zu Verdunstungskälte führt.

Das Merinowolle besonders viel Feuchtigkeit aufnehmen kann, hat aber leider nicht nur Vorteile – Thema Gewicht (siehe Nachteile).

– weich

Das Kratzen von klassischer Wolle kenne ich bei Merinowolle nicht! Die Stoffe aus Merinowolle sind weich, was auch wieder der Struktur der Naturfaser zu verdanken ist. Fasern der Merinowolle sind extrem dünn (um die 18 Mikron), fast die Hälfte eines menschlichen Haares. Angeblich liegt die Empfindlichkeitsschwelle bei 30 Mikron – Fasern dicker als 30 Mikron sollen als kratzig empfunden werden. Nachweisen lässt sich das schwer – ich kann nur bestätigen, dass Merinowolle nicht kratzt auch bei starker Bewegung wie laufen.

– natürlich

Sportbekleidung aus Merinowolle scheint endlich eine funktionelle Alternative zu Synthetik zu sein. Die meisten Stoffe für Sportbekleidung sind aus synthetischen Fasern, die auf dem endlichen Rohstoff Erdöl basieren. Kunstfasern sind nicht nicht biologisch abbaubar und in der Entworgung problematisch. Welche Wirkung die künstlich hergestellten Fasern auf unsere Gesundheit haben ist auch oft noch höchst umstritten. Merinowolle bietet hier eine natürliche Alternative, die gute Funktionen für Sportbekleidung bietet. Merinowolle ist ein natürlich nachwachsender Rohstoff, der biologisch abbaubar ist und bei dem es keine gesundheitlichen Bedenken gibt.

Merinowolle ist die einzige Naturfaser, die funktionell künstlich erstellten Stoffen die Stirn bieten kann.

– nachhaltig

Merinowolle ist ein natürlicher „nachwachsender Rohstoff“. Wenn die Sportbekleidung aus Merinowolle nicht mehr zu gebrauchen ist, kannst man diese beruhigt „auf den Kompost werfen“. Im Gegensatz zu Funktionswäsche aus Kunstfasern, die zu einem Großteil aus Erdöl hergestellt wird und nicht natürlich abgebaut werden.

Möchte man ein wirklich nachhaltiges, ökologisches und faires Merino-Produkt haben, muss man aber natürlich einige Punkte beachten:

  • Wie sind die Merino Schafe aufgewachsen?
  • Wie wurden die Merino Schafe geschoren?
  • Wer hat die Wolle unter welchen Arbeitsbedingungen verarbeitet?
  • Wurden bei der Verarbeitung Chemikalien eingesetzt?
  • Unter welchen Arbeitsbedingungen wurde die Merino Funktionskleidung hergestellt?

NACHTEIL MERINOWOLLE

– schwer im feuchten Zustand

Der Vorteil der großen Feuchtigkeitsaufnahme der Wollfasern hat leider auch eine negative Seite. Ich habe festgestellt, dass die Sportbekleidung aus Merinowolle schwer wird, wenn man lange läuft und die Sachen völlig voll geschwitzt und vollgesogen sind. Trotzdem laufe ich problemlos auch an die 20 km in Merino Shirts ohne dass mich das Gewicht stört.

Ich werde aber mal demnächst einen Vergleich anstellen zwischen Merino Shirt und Synthetik Shirt im feuchten und nassen Zustand. Gefühlt scheint der Unterschied im nassen Zustand schon recht groß zu sein.

– Trocknungszeit

Merinowolle trocknet deutlich länger im Vergleich zur Sportbekleidung aus Kunstfasern. Meistens ist das aber kein größeres Problem, denn wer geht laufen und macht wenige Stunden danach wieder Sport und benötigt unbedingt dieses eine Merino Shirt? Schwitzt man gar nicht so stark, weil man vielleicht wandern geht, hat man das Problem gar nicht. Baumwolle trocknet natürlich noch deutlich länger als Merinwolle.

– Widerstandsfähigkeit / Robustheit

Merinowolle ist eine besonders feine Naturfaser, die auch ziemlich empfindlich ist. Oft muss die Merino Funktionswäsche besonders schonen gewaschen werden und man muss sehr darauf achten, dass die restliche Wäsche nicht spitz, scharf oder kratzend ist. Klettverschlüsse und Reißverschlüsse können der empfindlichen Sportbekleidung aus Merinowolle schnell schaden. Ich hatte schon einige Löcher in meinen Merino Shirts ganz unabhängig von der Marke. Die Faser der Merinoschafe ist sehr fein und empfindlich und man muss „groben Kontakt“ vermeiden. Nicht nur beim Waschen ist Vorsicht geboten, sondern auch beim Tragen. Gürtelschnallen, Äste und Büsche scheinen auch der Feind von Merinowolle zu sein. Mit Sportbekleidung aus Merinowolle muss man also besonders vorsichtig sein.


Zum Vergleich und Test von 8 verschiedenen Merino Shirts

 

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derJogger

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