Test Woolpower Merino Shirt beim Laufen

Auch die Merinowolle-Experten von Woolpower haben mir für den großen Merino Shirt Test und Vergleich ein T-Shirt aus ihrer schwedischen Produktion zur Verfügung gestellt. Ich konnte das „Tee LITE“ Merino Shirt von Woolpower ausführlich beim Laufen und im Alltag testen. Inzwischen habe ich das Shirt ca. 7 Stunden beim Laufen und 6/7 Tage als Unterhemd im Alltag getragen.

Die Erfahrungen, die ich bisher mit dem Merino Shirt beim Sport gemacht habe, fasse ich hier in einem Test zusammen. Vorher stelle ich kurz das schwedische Unternehmen Woolpower vor, gehe auf die Besonderheiten der Merino Funktionskleidung ein und stelle dann mein Test Shirt „Tee LITE“ vor.

Test Merino Shirt beim Sport Woolpower Tee Lite

 

 

Auf die besonderen Eigenschaften und die Vorteile der Merinowolle als Funktionsfaser für Sportbekleidung bin ich schon in dem Leitartikel „Merino Ratgeber | Vorteile, Marken & Empfehlungen“ eingegangen. Neben Informationen über die Eigenschaften von Merinowolle bei Sportbekleidung findest du dort die Erklärung, warum Merinowolle als Unterwäsche bzw. Baselayer getragen werden kann, was Merino für hohe und niedrige Temperaturen in Sommer sowie Winter auszeichnet und wie man die Funktionskleidung aus Merinowolle richtig pflegt und wäscht. Neben Woolpower habe ich auch Merino Shirts folgender Marken getestet: Mons Royale, Bergans, Trigema, Dilling, Kaipara, super.natural, Apani von X-Bionic.

 

Test Woolpower Merino Shirt Tee Lite Sport

Das Unternehmen Woolpower

Woolpower, laut Wikipedia der zweitgrößte Produzent von Funktionskleidung aus Merinowolle, wurde 1969 mit dem Namen Ullfrotté Original in Östersund im nördlichen Schweden gegründet. 2008 bekam das familiengeführte Unternehmen Woolpower. Das Unternehmen ist eng mit dem Standort im nördlichen Schweden verbunden und trägt diesen auch im Logo von Woolpower. Die enge Verbundenheit zu Östersund besteht, weil hier die Funktionskleidung von Woolpower designt, produziert und vertrieben wird.

Die ersten Kleidungsstücke, die das heutige Unternehmen Woolpower herstellte waren Nylonstrümpfe. Doch schon bald fing man an zusammen mit der schwedischen Armee warme, robuste und funktionale Bekleidung zu entwickeln und zu produzieren. Das damalige Ziel nachhaltig robuste Funktionskleidung herzustellen besteht bis heute. Woolpower drückt dies auf der Webseite (frei übersetzt) folgendermaßen aus:

„Wir haben eine langfristige Denkweise bei allem, was wir tun, während wir Bekleidung herstellen. Unsere Kleidung soll zeitlos, funktionell und von höchster Qualität sein und wir versuchen Verschwendung zu vermeiden. Eine langfristige Denkweise schafft Nachhaltigkeit und Woolpower behält die Nachhaltigkeit immer im Fokus – sowohl vor, während und nach der Herstellung eines Woolpower Kleidungsstückes.

Wir produzieren warme Wollunterwäsche und Socken, vom Garn bis zum fertigen Produkt. Wenn Sie unsere Kleidung tragen, können Sie sicher sein, dass sie mit Verantwortung gegenüber der uns umgebenden Natur und der Arbeitsumwelt der Menschen, die für Woolpower arbeiten, hergestellt worden sind. Unsere Wahl, die gesamte Fertigung in Östersund zu behalten, macht die gesamte Lieferkette übersichtlicher. Es gibt einen starken Sinn für Werte und starkes Engagement unter unseren Mitarbeitern. Die Näherinnen kennzeichnen die Kleidungsstücke, die sie genäht haben, indem sie diese innen mit ihrem Namensschildchen versehen. Dies schafft ein Gefühl von Stolz und Verantwortung für alle.“

 

Test Merino Shirt von Woolpower Tee Lite in Verpackung

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Besonderheiten der Merino Funktionskleidung von Woolpower

Mich beeindruckt zu allererst die konsequente Produktion der gesamten Woolpower Kollektion an einem Standort in Schweden – vom Garn bis zum fertigen Kleidungsstück. Das positive Resultat ist eine extrem übersichtliche und nachhaltige Produktion.

Die Merinowolle stammt von Schafen vom argentinischen Teil Patagoniens und Uruguay. Woolpower verspricht, dass diese Schafe nicht unter der schmerzhaften Prozedur des Mulesing leiden mussten und die Tiere unter guten Bedingungen gehalten werden. Übrigens wird die Merinowolle in Deutschland weiter verarbeitet. Die Wolle wird hier gewaschen, gesponnen und gefärbt und dann als Garn nach Schweden geschickt, wo es dann weiterverarbeitet wird.

Ein besonderes Gimmick ist wohl auch die Kennzeichnung der Merino Funktionskleidung mit dem Namen der schwedischen Näherin, die das Shirt angefertigt hat. Natürlich ist dies mehr Werbegag als dass es irgendeine Bedeutung hätte, aber die Werbung oder dieses kleine Merkmal wirkt. Es fühlt sich gut an zu wissen, dass „Sandra Pramalte“ an meinem Merino Shirt gearbeitet hat, es verleiht einem das Gefühl von Transparenz und Verantwortungsbewusstsein. Vielleicht bewirkt dies auch, dass der Kunde gut mit dem Kleidungsstück umgeht und die Arbeit mehr wertschätzt. Wenn dies also bewirkt, dass man die Woolpower Unterwäsche länger trägt, hat das kleine Etikett im inneren des T-Shirts schon etwas Positives bewirkt.

Übrigens ist das Tee Lite Shirt, wie ein Großteil der Woolpower Kollektion, ein Unisex Modell und kann von Frauen genauso wie von Männern getragen werden.

 

Test Woolpower Merino Shirt Tee LITE

Die Marke Woolpower (hier findest du die gesamte Woolpower Kollektion und Neuheiten *) interessiert mich schon länger, weil ich schon viel Positives über die Funktionskleidung aus Merinowolle gelesen habe und mich die extrem übersichtliche Produktionskette der Bekleidung begeistert. Umso glücklicher war ich, als ich die Möglichkeit bekommen habe ein Merino Shirt der Schweden zu testen. Passend zu den langsam steigenden Temperaturen, konnte ich das Tee Lite Shirt mit einem Anteil von 80% Merinowolle ausführlich beim Laufen und im Alltag testen. Die aktuell stark schwankenden Außentemperaturen haben es mir erlaubt, das T-Shirt sowohl alleine also auch unter einem langärmeligen Laufshirt zu tragen.

 

  • Daten „Tee Lite“

Material                                          80% Merinowolle, 20% Polyamid

Herkunft der Merinowolle         Patagonien und Uruguay

Materialgewicht                           200 g/m²

Gewicht, Größe M                      180 g

Faserstärke                                 19,5 µ

Zertifikate                                    ISO 9001:2008, ISO 14001:2004, Oeko-Tex

Ausschnitt                                   Rundhals

Ärmel                                            Raglan

Nähte                                            Flachnaht

Preis (UVP)                                  74,95 €

Internetadresse                            Woolpower Tee LITE

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  • Einsatzbereich laut Woolpower

Woolpower gibt für das Tee Lite Merino Shirt auf der offiziellen Webseite keinen speziellen Einsatzbereich an. Es wird nur gesagt, dass „Merino Lite“ der dünnste bei Woolpower verarbeitete Stoff ist und am besten direkt auf der Haut getragen wird. Die Lite Kollektion besteht aus besonders eng gewebter Merinowolle und ist deswegen kühler, obwohl insgesamt mehr Wolle verarbeitet wurde als bei der Woolpower Unterwäsche aus Ullfrotté Original. Das Tee Lite ist laut Woolpower am besten für wärmere Temperaturen geeignet, wobei da vermutlich die „wärmeren nordischen Temperaturen“ gemeint sind (siehe dazu auch Woolpower Merino Shirt beim Laufen).

Der Stoff der Lite Shirts hilft den Körper abzukühlen, hält aber auch warm, wenn es kalt ist – ein Effekt der Merinowolle auszeichnet (die besonderen Eigenschaften der Merinowolle habe ich ausführlich im Leitartikel beschrieben).

 

  • Verarbeitung und Qualität

Woolpower Nahaufnahme der NahtWoolpower legt großen Wert darauf robuste und langlebige Funktionsbekleidung herzustellen und setzt damit der heutigen Wegwerfmentalität, die in den letzten Jahren besonders in der Textilindustrie um sich greift, etwas entgegen.

Die Verarbeitung der Merinowolle sieht gut aus, das Garn ist bei dem Tee Lite nicht so eng geknüpft, wie bei vielen anderen Merino Shirts. Man möchte so größere Lufträume schaffen und damit die Isolationsfähigkeit des T-Shirts erhöhen. Der Stoff fühlt sich deswegen auch eher samtig weich, statt seidig glatt an.

Die farblich abgesetzten Nähte sehen alle sehr gleichmäßig aus, lose Fäden oder gar Fehler konnte ich keine finden. Es wurden ausschließlich flache Nähte verarbeitet, um mögliche Reibungspunkte bei Bewegung auszuschließen.

Hier möchte ich auch auf den Punkt Haltbarkeit hinweisen, der weiter unten zu finden ist.

 

  • Besonderheiten und Details

Woolpower Merino Shirt Ausschnitt und ÄrmelRein optisch fallen als erstes die farblich abgesetzten Nähte des Woolpower Tee Lite Merino Shirts auf. Für die Flachnähte des Funktionsshirts wurde ein leuchtendes gelb-grün gewählt – rein optisch „Geschmackssache“. Woolpower möchte aber auch keinen Fashion-Trends hinterherrennen, sondern langlebige und funktionale Kleidungsstücke herstellen, die eben nicht immer dem letzten Fashion Hype entsprechen. Mir persönlich gefällt die Farbwahl nicht so gut, eine dezentere Farbe hätte mir besser gefallen.

Auch der Verlauf der Nähte ist besonders und auffallend. Woolpower möchte die Nähte auf ein Minimum reduzieren, da diese das schwächste Bindeglied des T-Shirts darstellen. Kurz gesagt: Je weniger Nähte, desto robuster und langlebiger das Shirt. Deswegen wurde die Anzahl auf ein Minimum reduziert – man findet zwei vertikal verlaufende Nähte im hinteren Rückenbereich und jeweils eine Naht in unteren Bereich des Ärmels. Auch Raglan-Ärmel sind selbstverständlich, um Reibungspunkte auf den Schultern beim Tragen von Rucksäcken zu vermeiden.

Ein weiteres optisches Detail ist das Etikett mit Markennamen, welches recht offensichtlich am Halsausschnitt vernäht wurde. Eine ungewöhnliche und auffällige Stelle, die für den ein oder anderen vielleicht auf zu offensichtlich ist – mir gefällt es, weil es eben mal was anderes ist.

Der längere Rücken ist übrigens bei den meisten Merino Shirts gegeben, weil diese meist bewusst als Baselayer, also Merino-„Unterwäsche“, entwickelt werden. Hier macht der längere Rücken besonders Sinn, um Kälteeinbrüche zu verhindern. Für mich gehört dies inzwischen also eher zur „Passform“, denn eine „Besonderheit“ stellt dies zumindest unter den Merino Shirts nicht dar.

 

  • Passform

Test beim Sport Woolpower Merino Shirt

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Das Merino Shirt der Größe M sitzt bei mir (190 cm, schlank) körpernah und ist ausreichend lang an Armen und im unteren Bereich. Das Woolpower Tee Lite fällt tendenziell ein wenig größer aus – wer also, wie ich, zwischen zwei Größen schwankt, sollte sich für die kleinere entscheiden. Übrigens ist mir aufgefallen, dass die meisten Merino Shirts länger geschnitten sind, was mir als großer schlanker Mann sehr entgegen kommt.

Durch den längeren Rückenteil besteht auch nicht die Gefahr, dass das T-Shirt aus der Hose rutscht und kalte Luft in den Bereich des Rückens gelangen kann. Für die meisten Sportarten macht ein längeres Rückenteil Sinn, besonders wenn man Sport betreibt, bei dem man nach vorne gebeugt ist, wie zum Beispiel Rad fahren. Wenn das Merino Shirt bei höheren Temperaturen nicht in der Hose getragen wird, sieht der längere Rückenteil von außen betrachtet etwas merkwürdig und „unförmig“ aus, aber wie meist bei Sportbekleidung gilt auch hier „fashion follows function“.

Der Stoff fühlt sich besonders dehnbar an, was zum einen an dem Materialmix von 80% Merinowolle und einem Polyamid Anteil von 20% liegt. Zum anderen aber auch an der besonderen Webtechnik, die Woolpower bei der Verarbeitung der Merinowolle anwendet. Die Elastizität des Stoffes ist auch ein Grund dafür, dass man sich guten Gewissens für die kleinere Größe entscheiden kann (zu kurz wird das Shirt nicht sein).

 

  • Woolpower Merino Shirt beim Laufen

Beim Laufen kann sich auch dieses Merino Shirt wieder voll auf die Funktion der Merinowolle verlassen. Der Schweiß wird auch in größeren Mengen problemlos von dem Stoff aufgenommen und an die Umgebungsluft weitergeleitet, ohne dass das T-Shirt auf der Haut klebt, wie man es vielleicht von nassen Baumwoll-T-Shirts kennt.

Auch hier noch einmal der Hinweis, dass ich auf die besonderen Eigenschaften der Merinowolle ausführlich in dem Leitartikel eingehe.

Der eng am Köper liegende Stoff fühlt sich sehr angenehm an und kratzt nicht. Die feine Merinowolle mit einem Haardurchmesser von nur 19,5 µ in Verbindung mit dem Polyamid sorgt für ein angenehmes und weiches Tragegefühl. Trotzdem fühlt sich der Stoff etwas anders an, als bei vergleichbaren Merino Shirts. Vielleicht ist es die Verarbeitungsart der Merinowolle (dazu tendiere ich), vielleicht aber auch der Materialmix von 80% Merinowolle und 20% Polyamid oder auch das höhere Materialgewicht von 200 g/m² – jedenfalls fühlt sich das Tee Lite etwas „wolliger“ und weniger „seidig“ an. Wahrscheinlich resultiert daraus aber auch die besondere Wärmeleistung des Shirts, denn für mich fühlt sich das Merino Shirt trotz der Bezeichnung „Lite“ wärmer an, als die anderen Test-Shirts. Das Materialgewicht von 200g/m² erklärt die erhöhte Wärmeleistung des Merino Shirts. Trotz der hohen Wärmeleistung bin ich aber der Meinung, dass mich dieses Merino Shirt durch den ganzen Sommer begleiten wird, denn aus Erfahrung weiß ich, dass Merinowolle bei Hitze auch einen kühlenden Effekt haben kann.

Mir ist aufgefallen, dass das Woolpower Shirt im Vergleich zu den anderen Merino Shirts etwas länger braucht, bis es nach der Wäsche wieder trocken ist – neben der höheren Wärmeleistung ist dies auch eine Konsequenz des höheren Materialgewichts.

Ein weiterer Vorteil von Funktionskleidung aus Merinowolle ist der Faktor „Geruch“. Auch das Woolpower Shirt, welches ich regelmäßig zum Laufen nutze, fängt deutlich später an zu stinken als Laufshirts aus synthetischen Stoffen. Während ein durchgeschwitztes Laufshirt auch bei guter Lüftung und schneller Trocknung eigentlich schon nach dem ersten Tragen anfängt unangenehm zu riechen, machen sich diese Gerüche bei dem Merino Sportshirt erst nach mehrmaligem Tragen ansatzweise bemerkbar. Meiner Meinung nach kann man das Merino Shirt bei sportlicher Belastung locker dreimal so lange tragen, wie ein herkömmliches Laufshirt bis es gewaschen werden sollte. Übrigens scheint auch der Anteil von 20% Polyamid bei der Woolpower Kleidung die antibakterielle Wirkung der Merinowolle nicht negativ zu beeinflussen. Ich kann jedenfalls bei dem Tee Lite keinen Unterschied zu Merino Shirts anderer Marken, die zu 100% aus Merinowolle bestehen, erkennen beziehungsweise „riechen“.

Als störend empfinde ich die Etiketten, die im inneren des T-Shirts vernäht wurde. Neben dem bekannten „sewn by …“ Namensschild der Näherin, ist noch ein Etikett mit Größen-, Wasch- und Materialhinweis, sowie ein weiteres Etikett mit Materialangaben in verschiedenen Sprachen vernäht (insgesamt also, wie bei vielen Kleidungsstücken üblich, drei Etiketten). Leider wurden diese Schildchen fest mit der Flachnaht vernäht, so dass einem nur die Möglichkeit bleibt, die Etiketten zu kürzen, was ein Kratzen oder Scheuern ggf. auch nicht verhindert. Andere Marken haben das Problem bei ihren Laufshirts gelöst, indem sie entweder alle nötigen Angaben in das Shirt gedruckt haben oder die Etiketten gesondert mit einer einfachen Naht vernäht haben, die sich leicht öffnen und entfernen lässt.

 Woolpower Etiketten fest vernäht

 

 

  • Haltbarkeit

Die Haltbarkeit ist gerade bei Merino Shirts ein wichtiger, da umstrittener, Punkt. Umstritten, weil gerade die Sportbekleidung aus 100% Merinowolle oft anfällig für Löcher ist. Merinowolle kann in dem Punkt Robustheit nicht mit synthetischer Funktionskleidung mithalten, es sei denn die Wolle wird kombiniert mit synthetischen Fasern. Woolpower verarbeitet in dem Tee Lite neben der Merinowolle auch Polyamidfaser, die das Merino Shirt robuster und langlebiger machen sollen. Ein weiterer positiver Effekt der Kombination von Merinowolle mit Kunstfasern ist, dass die Funktionskleidung bei bis zu 60°C gewaschen werden kann – das verspricht zumindest Woolpower.

Ich habe das Merino Shirt bisher viermal bei 40°C gewaschen (das Waschen bei 60°C hielt ich bisher für nicht nötig) und konnte nur kleine Veränderungen des Stoffes und der Nähte feststellen, die den Tragekomfort oder die Funktion nicht negativ beeinflusst haben:

  • Woolpower T-Shirt aus Lite MerinowolleDie Merinowolle hat einen kleinen und sehr feinen „Flaum“ entwickelt. Man kann dies definitiv (noch?) nicht Pilling oder Fussel bezeichnen und es stört auch nicht weiter, da dieser hauptsächlich auf der Innenseite des Shirts und am Ausschnitt vermutlich durch die Reibung entstanden ist. Dies ist aber eine optische Veränderung des Stoffes nach den ersten Waschgängen, auf die auch Woolpower auf der Webseite eingeht und folgendes dazu schreibt: Der Flaum beeinflusst die Funktion des Shirts überhaupt nicht und wurde bewusst in Kauf genommen. Man hätte die krause Struktur des Wollgarns auch glatt bürsten können, was aber zur Folge hat, dass der daraus entstehende Stoff weniger Luft speichern kann. Die enorme Luftspeicherkapazität der Merinowolle ist aber eine der herausragenden Eigenschaften, denn daraus resultiert unter anderem die besonders wärmende Wirkung der Wolle, die Woolpower logischerweise erhalten möchte.
  • Woolpower Lite Nähte nach dem WaschenDie Nähte haben sich an einigen Stellen etwas zusammengezogen, was vermutlich darauf zurück zu führen ist, dass die Stoffe nicht so fest vernäht wurden, um eine gewisse Elastizität, Dehnung und Flexibilität zu bewahren. Ich habe den Eindruck, dass sich das nicht auf die Funktion des Shirts und der Nähte auswirkt, denn sobald man das T-Shirt anzieht und etwas Zug auf die Nähte kommt, glätten sich diese wieder.

 

Wie auch bei dem Test des Merino Shirts von Dilling Unterwäsche kann ich aber auch hier noch keine Angaben zu der langfristigen Haltbarkeit des Woolpower Tee Lite sagen. Den Punkt werde ich zukünftig ergänzen, um aus dem Merino Shirt Test einen vollwertigen Langzeittest zu machen.

 

  • Pflege- und Waschhinweise

Woolpower Tee Lite EtikettenEin wichtiger und bei Funktionskleidung aus Merinowolle naheliegender Tipp, den Woolpower als erstes gibt ist weniger Waschen. Die Merinowolle hat selbstreinigende Eigenschaften, so dass man diese weniger Waschen muss – oft reicht es aus die Kleidungsstücke an die frischen Luft zu hängen. So kann man die Umwelt und Zeit sparen!

Ansonsten können alle Woolpower Teile bei 60°C gewaschen werden und sogar bei mittlerer Hitze im Trockner getrocknet werden. Dass die Merino Kleidung im Trockner getrocknet werden kann ist eine große Ausnahme unter den Merinomarken und auf den Kunstfaseranteil zurückzuführen. Beides habe ich aber noch nicht ausprobiert, denn ich besitze keinen Trockner und habe das Shirt bisher nur bei 40°C gewaschen. Eine Wäsche bei 60°C sah ich bisher nicht als nötig an.

Zwei weitere Tipps von Woolpower sind recht allgemeingültig für jede Wäsche. Man sollte die Farben sortieren und separieren, denn gerade neue Kleidungsstücke können manchmal etwas Farbe abgeben. Wenn man die Kleidungsstücke auf links dreht schont man die offensichtliche Außenseite und erhöht die Langlebigkeit.

 

 

Fazit

Mein Test hat gezeigt, dass Woolpower mit dem Tee Lite ein qualitativ hochwertiges und robustes Merino Shirt mit hoher Wärmeleistung entwickelt hat, welches man gut beim Sport im freien tragen kann. Die Merinowolle überzeugt auch hier mit außergewöhnlichen Eigenschaften und stellt in vielerlei Hinsicht künstliche Funktionsfaser in den Schatten.

Besonders erwähnenswert und äußerst positiv zu bewerten ist die sehr übersichtliche Liefer- und Produktionskette der Merinowolle und des T-Shirts und die Transparenz von Woolpower.

Negativpunkte habe ich bisher (die Beurteilung der Langzeit-Haltbarkeit steht noch aus) keine, denn oben genannte Auffälligkeiten haben keinen Einfluss auf die gute Funktion des Merino Shirts beim Sport. Einzig und allein die Etiketten im inneren des Merino Shirts empfinde ich beim Laufen als störend und würde mir wünschen, dass diese zukünftig einfacher zu entfernen sind.

Ich kann das Merino Shirt von Woolpower guten Gewissens weiter empfehlen! Bei Interesse schau doch mal hier vorbei. *

 

Vielen Dank an Woolpower aus Östersund, die mir das T-Shirt für diesen Test zur Verfügung gestellt haben. Mein Beitrag spiegelt natürlich meine persönlichen Erfahrungen mit diesem Merino Shirt wieder.

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derJogger

2 Comments

    • Hey Geertje,

      freut mich dich auf derjogger.de begrüßen zu dürfen. Demnächst wirst du hier noch mehr Tests von Merino-Shirts verschiedener Marken finden. Bin gespannt wie sich z.B. Bergans oder Apani von X-Bionic beim Laufen verhält. Wie du vermutlich aus eigener Erfahrung weisst, muss für einen guten, ausführlichen Bericht aber erst einmal ausreichend Erfahrung gesammelt werden, deswegen wird es noch etwas dauern, bis alle Merino-Shirt-Tests online sind. Vielleicht interessiert dich aber auch „Dilling Unterwäsche„, über die ich auch schon einen Beitrag verfasst habe.

      Alles Gute, Martin

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